100 Jahre BAUHAU, 50 Jahre WEBER STANDARD

von Gert Weber

Die Tische von Gert Weber sind genuin, Orte des Zusammenkommens, gleichgültig, ob zum Reden, Essen oder Arbeiten, deutlich wahrnehmbar, selbstverständlichkeit, daß man auf sie automatisch zugeht und sich niederläßt! Aber warum ist das so? Nun, Gert Weber baut seine Tische jeweils für einen speziellen Raum, d.h. in Abhängigkeit von den umgebenden Proportionen. Und er will Zeichen setzen: Hier ist der Ort, wo !!! Der Tisch besetzt den Raum durch Funktion. Die Tische – ob groß oder klein – sind immer entschieden, eindeutig. Sie strahlen eine Normalität aus, die durch die Solidität der Konstruktion, des Materials und der Verarbeitung vorgegeben wird. So einfach ist das, und zwar jedesmal aufs Neue, nichts kommt von der Stange. Es sind Varianten zu einem Thema; das Verbindende ist die gleiche Handschrift, die so zum Stilmittel wird. Gleiches gilt für seinen Stuhl S10, ein Freischwinger, der einesgleichen sucht, was Komfort und Qualität betrifft, der einzige der Welt ohne untere Querverbindung.
Schön, daß es heute so etwas noch gibt – denn eigentlich gibt es so etwas heute nicht mehr. Es sind die inzwischen zum „Klassiker“ mutierten Lösungen des Möbelbaus der zwanziger und dreißiger Jahre des 20. Jahrhunderts, die als geistiges Vorbild dienen.

Prof. Dr. Florian Hufnagl
1990 - 2013 Direktor Neue Sammlung München

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